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El Pilar de la Mola

El Pilar ist das verschlafenste
Nest Formenteras
Will man die beeindruckenden Steilklippen von La Mola samt dem einsamen Leuchtfeuer Far de la Mola erreichen, passiert man unweigerlich die wenigen Häuser und Cafés von El Pilar, dem winzigen Zentrum der weit verstreuten Zivilisation auf dem Hochplateau. Ruhiger als hier oben kann ein Städtchen kaum sein. In den wenigen, aber vorzüglichen Restaurants und Bars trifft man sich zum neuesten Inseltratsch und Müßiggang. Genau diese Ruhe zieht einige der eremitenhaft lebenden Künstler der Insel nach hier oben. Schmiede- und Schmuckhandwerk, Malerei und Stoffkunst entstehen hier in nahezu völliger Abgeschiedenheit und werden jeden Mittwoch und Sonntag ab 17 Uhr auf El Pilars berühmten Hippiemarkt zur Schau gestellt. An diesen beiden Nachmittagen wird es voll in dem sonst so verschlafenen Nest. Der Markt bietet echtes Kunsthandwerk statt typischen Touristenklüngel und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch bekannte Künstler wie der deutsche Maler Firefox aus Berlin oder der spanische Designer Miguel Angel Rodriguez mit seiner Modemarke Tranquilito You Know aus Barcelona verbringen ihre Sommer auf Formentera und sind auf dem Markt mit einem Stand vertreten. Allein die kurze Fahrt über die Serpentinen, um die 200 Meter Höhenunterschied zu bewältigen, ist ein Erlebnis. Am Restaurant Mirador öffnen sich spektakuläre Ausblicke über die gesamte Insel und von El Pilar aus lässt sich diese einmalige Hochebene über verträumte Straßen und Wege erkunden. 

Das  Mirador bietet
spektakuläre Ausblicke
Übrigens:
Bob Dylan soll angeblich einige Monate in der Windmühle hinter El Pilar gelebt haben. Auch Eric Clapton verweilte hier einst und wurde erst im Jahre 2012 wieder als Besucher zusammen mit Ron Wood von den Rolling Stones auf dem Hippiemarkt gesichtet.

Der alte Römerweg

Experten sind sich nicht ganz einig, ob es denn die Römer waren, die den Steinweg zur Hochebene La Mola in den Fels schlugen, oder doch eher Mönche eines alten Augustinerordens. Wer immer es auch war hat uns ein jedenfalls wunderschönes Erbe hinterlassen. 

Der Römerweg: spektakuläre Blicke
über die Insel und Natur pur.
Kurz hinter Es Calo biegt man am Hostal Entrepinos links ab. Nach circa 300 Metern beginnt der alte Steinweg, der sich für 1,5 Kilometer durch die Steilküste hoch nach la Mola schlängelt. Der restaurierte Steinpfad führt mitten durch die faszinierende Natur der Balearen. Wacholder, Wildblumen, Rosmarin und jede Menge Eidechsen säumen den Pfad, der immer wieder spektakuläre Blicke über die Buchten der Insel freigibt. Wegen der Hitze im Sommer wäre vielleicht ein Hut und etwas Wasser als Verpflegung zu empfehlen, ansonsten ist  dieser Weg mit festem Schuhwerk keine große Anstrengung (Absätze ungeeignet!). Erreicht man nach 1,5 Kilometern wieder die Hauptstraße, biegt man nach links, folgt der Straße für 100 Meter und biegt danach nach rechts in den Wanderweg, der hinauf nach Talaiassa, dem höchsten Punkt der Insel,  führt. Diesen 192 Meter hohen Aussichtspunkt erreicht man nach einem weiteren Kilometer. Von hier aus heißt es: Weiter nach El Pilar und nach einer Erfrischung suchen oder umkehren.

Wildblumen, Wacholder und Rosmarin
säumen den Wanderpfad
Von El Pilar aus sind es dann nur noch zwei weitere Kilometer bis zum Ende des Hochplateaus mit seinem Leuchtturm Far de La Mola. Ab hier könnt ihr den Bus zurück nach Es Calo nehmen.

Tipp:
Neben dem Leuchtturm Far de la Mola findet ihr eine chillige Bar, die bei entspannter Musik Erfrischungsgetränke und Sundowner anbietet. Der Besitzer weißt allerdings vehement darauf hin, daß er keine Damen in Bikinioberteilen bedient. Wir sind deswegen tatsächlich schon einmal unsanft aus dieser Bar herausgeflogen. Er meint es also ernst!