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Der alte Römerweg

Experten sind sich nicht ganz einig, ob es denn die Römer waren, die den Steinweg zur Hochebene La Mola in den Fels schlugen, oder doch eher Mönche eines alten Augustinerordens. Wer immer es auch war hat uns ein jedenfalls wunderschönes Erbe hinterlassen. 

Der Römerweg: spektakuläre Blicke
über die Insel und Natur pur.
Kurz hinter Es Calo biegt man am Hostal Entrepinos links ab. Nach circa 300 Metern beginnt der alte Steinweg, der sich für 1,5 Kilometer durch die Steilküste hoch nach la Mola schlängelt. Der restaurierte Steinpfad führt mitten durch die faszinierende Natur der Balearen. Wacholder, Wildblumen, Rosmarin und jede Menge Eidechsen säumen den Pfad, der immer wieder spektakuläre Blicke über die Buchten der Insel freigibt. Wegen der Hitze im Sommer wäre vielleicht ein Hut und etwas Wasser als Verpflegung zu empfehlen, ansonsten ist  dieser Weg mit festem Schuhwerk keine große Anstrengung (Absätze ungeeignet!). Erreicht man nach 1,5 Kilometern wieder die Hauptstraße, biegt man nach links, folgt der Straße für 100 Meter und biegt danach nach rechts in den Wanderweg, der hinauf nach Talaiassa, dem höchsten Punkt der Insel,  führt. Diesen 192 Meter hohen Aussichtspunkt erreicht man nach einem weiteren Kilometer. Von hier aus heißt es: Weiter nach El Pilar und nach einer Erfrischung suchen oder umkehren.

Wildblumen, Wacholder und Rosmarin
säumen den Wanderpfad
Von El Pilar aus sind es dann nur noch zwei weitere Kilometer bis zum Ende des Hochplateaus mit seinem Leuchtturm Far de La Mola. Ab hier könnt ihr den Bus zurück nach Es Calo nehmen.

Tipp:
Neben dem Leuchtturm Far de la Mola findet ihr eine chillige Bar, die bei entspannter Musik Erfrischungsgetränke und Sundowner anbietet. Der Besitzer weißt allerdings vehement darauf hin, daß er keine Damen in Bikinioberteilen bedient. Wir sind deswegen tatsächlich schon einmal unsanft aus dieser Bar herausgeflogen. Er meint es also ernst!



Cap de Barária



Wer die Chance hat, hier oben alleine
zu sein, wird sich immer daran erinnern
Verlässt man San Francisco Richtung Südwesten, wird es schnell einsam. Nachdem man die Ausgrabungsstätten Barbária II, III und I passiert hat, die eine Besiedlung Formenteras bereits 2000 v. Chr. aufzeigen, breitet sich vor einem das große Naturschutzgebiet des Hochplateaus aus, während am Horizont die atemberaubende Weite des Meeres erste flimmernde und unwirkliche Dimensionen erahnen lassen. Schnell fiebert man dem Erreichen der Steilküste entgegen, um einen Gesamteindruck von diesem gigantischen Ausblick zu bekommen. Das ganze Gebiet hat etwas von einer rauhen Mondlandschaft, und die einzige befestigte Straße schlängelt sich direkt auf den Leuchtturm am Ende der Hochebene zu. Jeden Abend sammeln sich hier oben jede Menge Schaulustige, um einen spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten. Mit dem letzten Sonnenstrahl, der im Meer versinkt, gibt es dann einen emotionalen Szenenapplaus, bevor sich die Ersten wieder auf den Rückweg machen. Wer jetzt noch länger hier oben ausharrt, wird diesen Ort für immer in Erinnerung behalten. Mit dem Einsetzen der letzten Himmelsglut und dem Leuchten der ersten Sterne beginnt der Leuchtturm damit, seine weißen Strahlen in die Nacht hinauszuschleudern. Nun sind nur noch ein paar vereinzelte Hippies zwischen schroffen Steinen und Felsvorsprüngen anzutreffen. Es wird einsam und alles was noch bleibt ist das Rauschen des Meeres, das sich  tief unten in den Felsen bricht. Ein wahrlich spirituelles Erlebnis, welches auf keinen Fall in einem Formentera Urlaub fehlen darf!


Wenn die Sonne verschwunden ist,
wird es einsam auf dem Cap
Tipp:
Circa 60 Meter rechts neben dem Leuchtturm befindet sich ein circa 1 x 1 Meter großes, nicht gesichertes Loch im Boden. Steigt man hinab, kommt man in einen größeren Höhlenraum, an dessem Ende sich ein Vorsprung über dem Meer befindet. Unbedingt bei Tageslicht ansehen, Vorsicht ist bei Dunkelheit geboten!


Übrigens:
Einige der wichtigsten Szenen für den Film "Lucia und der Sex" von Julio Médem wurden auf dem Cap de Barbária gedreht. Das Loch im Boden, durch welches Lucia im Film fällt, ist das oben beschriebene Loch in den Felsen.